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Forensische Prävention

Die Forensische Prävention ist ein Arbeitsgebiet der Forensik, das sich mit den primären Ursachen von Kriminalität und menschlichem Fehlverhalten mit den Methoden der Analyse befasst.

Forensische Vorfeldanalysen in Verbindung mit forensischen Standards geben einen tieferen Einblick in Spurenmuster und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Human Factor. Die Ergebnisse der Analysen schaffen eine methodische Grundlage für die systematische Entwicklung präventiver Maßnahmen, deren Erfolg auch messbar ist. Die Analysen der forensischen Prävention generieren tausende, präzise und nachweisbare primäre Risikofaktoren. Sie bilden die Voraussetzung für die Entwicklung effizienter IKS (Interne Kontrollsysteme) und Frühwarnsysteme.

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GIsP Verfahrens-Modell

Das analytische Verfahrensmodell des Generischen Interventionssystem Prinzips verbindet zahlreiche GIsP-Standards und Analyse-Modelle mit den angewandten forensischen Analysemethoden. Die forensischen Analyseprozesse vollziehen sich in zwei aufeinanderfolgenden in sich abgeschlossenen Analyse-Workflows:

Enhanced Human Factor Analysis  (EHFA)

Forensic INterventionsystem Development (FIND).

Mittels EHFA werden primäre Risikoursachen, die als Schwachstellen bezeichnet werden identifiziert und bewertet. Schwachstellen treten sehr häufig auf, zum Beispiel innerhalb von Standards, Normen, Regularien, Prozessen und Maßnahmen. Es handelt sich um keine Fehler oder Risiken an sich, daher finden sie bei den herkömmlichen Risikoanalysen meist keinerlei Beachtung. Schwachstellen sind latente Risiken, die vergleichbar mit  Krankheitserregern nur in bestimmten Situationen aktiv werden, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Zu ihrer systematischen Entdeckung bedarf es einer großen Anzahl primärer Risikofaktoren. Sie sind der Schlüssel zu den Schwachstellen. GIsP kennt ca. 10.500 primäre Risikofaktoren.

Die primären Risikofaktoren sind wichtiges Bindeglied zwischen Schwachstellen und Lösung. Über Sie ist es möglich, geeignete Maßnahmen auszuwählen oder zu entwickeln. FIND ist ein Analyse- und Entwicklungsverfahren zur Entwicklung von FIS-Lösungen. Schwachstellen, ihre Eigenschaften und Beziehungen werden mittels FIND untersucht und Muster identifiziert. Die Ergebnisse der Schwachstellenanalyse bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen und Lösungen.

Das GIsP Verfahrens-Modell verbindet so die Aufdeckung und Bewertung von Schwachstellen mit den individuellen Lösungen zur Beseitigung, Steuerung und Kontrolle der identifizierten Schwachstellen.

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Analysemethoden

GIsP wendet ca. 50 einzelne, meist proprietäre Analysemethoden an, die in den nachfolgend aufgezählten 8 unterschiedlichen Analyseverfahren eingesetzt und in unterschiedlicher Form angewandt werden.

GIsP-Analysemethoden sind unabhängig vom GIsP-Verfahren anwendbar, die Entwicklung Forensischer Interventionssysteme (FIS) erfordert jedoch ihre Anwendung innerhalb des Verfahrens. Die Analysemethoden unterscheiden sich von anderen Methoden vor allem dadurch, dass sie präzise aufeinander abgestimmt sind und die Standards des Generischen Interventionssystem-Prinzips beachten. Die Analyseergebnisse sind daher vergleichbar, vollständiger und präziser und ermöglichen so u.a. die Simulation von Prozessen und Maßnahmen zur Abwehr, Steuerung und Kontrolle von primären Ursachen operationeller Risiken (OpRisk).

Sofern innerhalb des GIsP-Verfahrens auch bereits bekannte Analysemethoden zur Anwendung kommen, werden diese zur Unterscheidung im Glossar als Analysetechniken bezeichnet.

Forensische Fallanalyse

GIsP Rechtsanalyse

GIsP Organisationsanalyse

GIsP Prozessanalyse

GIsP Compliance-Analyse

GIsP Schwachstellenanalyse

GIsP Wirkungs- und Risikoanalyse

GIsP Interventionssystem-Analyse

Enhanced Human Factors

Anker EHF

Enhanced Human Factors

GIsP Standard: Trinity principle

Treten operationelle Risiken oder Schäden ein, ist der Mensch neben den nicht vom Menschen verursachten Naturkatastrophen der Risikofaktor Nr. 1.

Der Mensch, sein Denken, seine Handlungen und Entscheidungen stehen im Mittelpunkt der Betrachtung bei der Forensischen Prävention. Unabhängig von Vorsatz und Fahrlässigkeit, ist schadensverursachendes Handeln kein Zufall, sondern die logische Folge vorausgegangener Prozesse. Die denkbaren Szenarien richten sich nach den bestehenden Rahmenbedingungen und für die meisten von uns unsichtbaren Verhaltens- und Handlungsmustern.

Die Forensik setzt sich mit diesen Verhaltens- und Handlungsmustern und deren theoretischen und praktischen Folgen sehr erfolgreich und intensiv auseinander. Dabei tritt die forensische Analytik immer mehr in den Vordergrund. GIsP ist das forensische Verfahren, das Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Forensik gezielt zu präventiven Zwecken untersucht und dafür spezielle Analysemethoden bereitstellt, die es ermöglichen, den Faktor Mensch systematisch bei Risikoanalysen und der Entwicklung effizienter präventiver Maßnahmen zur Risikobeseitigung und Schadensvermeidung zu berücksichtigen.

Corporate Human Factors

GIsP baut auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Human Factor auf und ergänzt diese mittels der Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Forensik und der Kriminalistik zum Modell der „Enhanced Human Factors (EHF)“. Von dort führt das Modell zum „Corporate Human Factors (CHF)“. Der CHF beschreibt das Modell des EHF in Bezug auf die Schnittstellen der Interessen zwischen Mensch/Funktion und Organisation/Unternehmen, die auf den sogenannten vier FIFI Schnittstellen-Ebenen (FIFI-Prinzip) stattfinden [Link Abb. Corporate Human Factor]