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Enhanced Human Factors (EHF)

Das Modell der „Enhanced Human Factors“ beschreibt die elementaren Einflussfaktoren menschlichen Denkens und Handelns, die ursächlich für Fehlverhalten und Kriminalität sind.

Enhanced Human Factors (EHF)
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Wissenschaftliche Grundlagen

Das Modell der Enhanced Human Factors (EHF) ist eine Weiterentwicklung des „SHEL model of human factors“ von Elwyn Edwards (1972) und des „SHELL model of human factors“ von Frank Hawkins (1975, 1987). SHEL setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Komponenten „Software“, „Hardware“, „Environment“ und „Lifeware“ zusammen. Das Modell entstand aufgrund von Untersuchungen im Zusammenhang mit Flugunfällen, deren Ursache auf Fehlverhalten von Piloten zurückgeführt wurde. Das Ergebnis der Untersuchungen wies auf signifikante Zusammenhänge zwischen dem ursächlichen  Fehlverhalten der Piloten und äußeren Faktoren hin.

Das Modell der Enhanced Human Factors verbindet das „SHELL model“ mit der forensischen Human Factors Formel und dem FIFI-Prinzip. Daraus abgeleitet entsteht das Modell der „Corporate Human Factors“, das die Beziehungsebenen zwischen Mensch/Funktion und Organisation / Unternehmen in den Fokus der Betrachtung stellt.

Enhanced Human Factors
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HFF – Human Factors Formula

Die Human Factors Formula ist eine logische Formel zum Zweck der Identifizierung und Bewertung sekundärer und primärer Risikofaktoren des Human Factors. Die Formel enthält diejenigen vier Faktoren, die das Denken und Handeln des Menschen unmittelbar bestimmen.

Human Factors Formel

Die Faktoren sind mit Ausnahme des individuellen Faktors objektiv aus Sicht des Protagonisten zu bewerten. Die Bewertung erfolgt mittels Skalen und Tabellenwerten, die wissenschaftlich oder empirisch belegt sind.

Die Faktoren der Human Factors Formula werden als „direkte Faktoren“ bezeichnet, da sie unmittelbar wirken. Faktoren, welche die Rahmenbedingungen betreffen und daher nicht unmittelbar wirken, zählen zu den „indirekten Faktoren“. Nur die direkten Faktoren werden gemäß GIsP-Standards zur Risikobewertung und Risikomessung eines konkreten Fallszenarios verwendet. Die Hinzuziehung indirekter Faktoren ist nur bei allgemeinen Risikobewertungen zweckmäßig.

Faktor „Gelegenheit“ weist auf formell, institutionell, funktional oder instrumentell bedingte Situationen oder Umstände hin, die bestimmte Handlungen oder Entscheidungen ermöglichen oder begünstigen.

Faktor „Vorteil“ ist gleichzusetzen mit materiellen oder nicht materiellen Vorteilen, die aus Sicht des Protagonisten für sich oder Dritte erstrebenswert sind.

Faktor „Risiko“ bewertet das Risiko der Entdeckung und das Risiko der Konsequenzen aus der Entdeckung im Verhältnis zum Vorteil und Gelegenheit.

Faktor „individueller Faktor“ ist ein Terminus, der die prägende Eigenschaft/Rolle des Protagonisten in Bezug auf eine Handlung oder Entscheidung kennzeichnet. Beispiele dafür sind:

a. Integrität
b. Terrorist
c. Extremist
d. Depression
e. Inkompetenz
f. Sucht

Aus dem „individuellen Faktor“ lassen sich signifikante Verhaltensmuster ableiten, die für die Bewertung eines Risikos wichtig, wenn nicht entscheidend sind.

CHF – Corporate Human Factors

CHF ist ein Modell für die Untersuchung von Ursachen operationeller Risiken. Es beschreibt Faktoren für Interessenskonflikte an den formellen, institutionellen, funktionalen und instrumentellen Schnittstellen zwischen Mensch/Position und Organisation/Unternehmen, durch die operationelle Risiken verursacht werden.